TOP 8 – Namensgebung für den Wasserplatz am Germaniahafen – Beschlussfassung des Ortsbeirates über einen Antrag an den Bauausschuss
- Hinweis: Die erneute Beschlussfassung ist notwendig, um formale Voraussetzungen zu erfüllen.
- Der Antrag für die Ortsbeiratsmitglieder ist beigefügt. -
Der wiederholte Antrag von Herrn Mrozek, sich als Ortsbeirat für den Namen Friedrich-Ebert-Platz auszusprechen, wird mit 9 Nein-Stimmen bei 2 Ja-Stimmen (CDU) mit Mehrheit abgelehnt.
Antrag:
Der Wasserplatz am Germaniahafen erhält den Namen „Ernst-Busch-Platz“.
Begründung:
Busch wurde als Sohn des Maurers Friedrich Busch und seiner Ehefrau Emma in Kiel geboren. Er absolvierte von 1915 bis 1920 eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker und arbeitete danach als Werftarbeiter. Er trat 1917 der Sozialistischen Arbeiterjugend bei und beteiligte sich im November 1918 am Kieler Matrosenaufstand. 1919 wurde er Mitglied der KPD.
1920 nahm Busch Schauspiel- und Gesangsunterricht und war danach bis 1924 am Stadttheater Kiel zeitgleich mit Gustaf Gründgens engagiert. 1927 zog er nach Berlin in die Künstlerkolonie. Ab 1928 trat er in Berlin an der Volksbühne, dem Theater der Ar-beiter und der Piscator-Bühne in Stücken von Friedrich Wolf, Bertolt Brecht und Ernst Toller auf. In der Uraufführung der Dreigroschenoper sang er den Mackie Messer mit dem bekannten Song darin.
1933 flüchtete Busch mit seiner Ehefrau, der Sängerin Eva Busch, zunächst nach Hol-land. Von da aus folgten weitere Stationen: Belgien, Zürich, Paris, Wien und schließlich die Sowjetunion.
1937 ging Busch mit vielen Gleichgesinnten nach Spanien und schloss sich den Inter-nationalen Brigaden an. Mit seinen Liedern Die Thälmann-Kolonne, No pasaran, Ban-diera Rossa äußerte er sich offen gegen den Faschismus. Er trat in Spanien vor den Mitgliedern der Internationalen Brigaden auf und arbeitete für Radio Madrid. Nach Francos Sieg kehrte Busch nach Belgien zurück. 1940 wurde er in Antwerpen verhaftet und nach Frankreich deportiert und war bis 1943 interniert, zu diesem Zeitpunkt gelang ihm die Flucht in die Schweiz. Er wurde aber wieder verhaftet und der Gestapo ausge-liefert. Er wurde in der Haftanstalt Moabit eingeliefert und in Einzelhaft genommen. Die Anklage gegen Busch lautete „Vorbereitung zum Hochverrat“. Durch die Intervention von Gustaf Gründgens entging er der Todesstrafe und erhielt eine vierjährige Zucht-hausstrafe.
Am Ende des 2. Weltkrieges wurde er aus dem Zuchthaus Brandenburg durch die Ro-te Armee befreit. Auf Grund der Intervention Ernst Buschs wurde Gustaf Gründgens von der roten Armee wieder freigelassen, die ihn als „Staatsschauspieler“ verhaftet hat-te. Im Mai 1945 bezog er seine Wohnung in der Künstlerkolonie und wohnte dort bis 1946 in der Bonner Straße 11. Dann übersiedelte er nach Pankow (im sowjetischen Sektor). 1945 war er mit der Zulassung der KPD wieder deren Mitglied und wurde beim Zusammenschluss von SPD und KPD Mitglied der SED. Als Schauspieler war er am Berliner Ensemble, dem Deutschen Theater und der Volksbühne tätig. Außer in seinen Brecht-Rollen machte er sich noch in anderen Rollen um die Entwicklung der Schau-spielkunst verdient.
1961 zog er sich – offiziell aus gesundheitlichen Gründen – von der Bühne zurück; der wahre Grund für seinen Rücktritt liegt vermutlich an seiner wiederholt ausgeübten Kritik an der SED. Bekannt ist auch, dass er Erich Honecker geohrfeigt hat. Er wurde kaltge-stellt, weil er Honecker vor der Partei bloßstellte, indem er ihm Demokratiedefizite vor-warf.
Ernst Busch starb am 8. Juni 1980 in Berlin.
Zitat von der Seite „Ernst Busch (Schauspieler)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Juli 2010, 15:04 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ernst_Busch_(Schauspieler)&oldid=76731792
Beschluss: mit 9 Ja-Stimmen bei 2 Nein-Stimmen mit Mehrheit beschlossen
Zur Kenntnis und ggf. weiteren Veranlassung: Bauausschuss, Ratsversammlung
Audio-Mitschnitt TOP 8, ca. 3 Minuten
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Tags:
Ernst Busch Platz,
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Stalinismus,
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