270. Ortsbeiratssitzung vom 8.7.2009 TOP 7 – Situation Vinetaplatz – Aufstellung von Sitzbänken in Gaarden

Die vor mehreren Jahren vom Ortsbeirat beauftragte Wiederaufstelllung von Bänken in der Elisabethstraße ist seitens der Stadt noch nicht realisiert worden.

- Frau Sittel aus dem Amt für Wohnen und Grundsicherung ist eingeladen.-
- Frau Brauchle aus dem Stadtplanungsamt ist eingeladen.-

Audio-Mitschnitt TOP 7, ca. 42 Minuten

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Vinetaplatz
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7 Antworten zu “270. Ortsbeiratssitzung vom 8.7.2009 TOP 7 – Situation Vinetaplatz – Aufstellung von Sitzbänken in Gaarden”


  • Schon wieder keine Entscheidung für die Aufstellung der Bänke. Wieso darf die Randgruppe der Geschäftsleute entscheiden, was für den Rest gut ist. Es gibt nun einmal viele ältere und gehbehinderte Leute. Der Beschluss die Bänke wieder aufzustellen wurde gefasst – also tut es. Schon wieder wird das Thema verschoben bis auf nach der Sommerpause.

  • Ich höre auch(!) von älteren und gehbehinderten Gaardenern laufend Klagen, daß die Bänke ein Tummelplatz für Vagabunden aller Art sind. Da trauen sich Viele nur in weiten Bögen vorbei, beklagen Gepöbel und Uringeruch.

    Die Sorge der direkten Anwohner, mehr Bänke würden zu mehr “Grüppchen” führen, kann ich gut verstehen. Sie sind doch selbst Unternehmer, Herr Pfennig.

    Stellen Sie sich mal vor, Ihre Kunden müssten zu Fuß zu Ihnen kommen und blieben fort wegen der öffentlichen Situation im Umfeld Ihres Geschäfts. Würden Sie dann genauso schreiben?

  • Erst einmal möchte ich mich bei Vinci für die Zeilen bedanken. Er trifft genau das was ich seit längerer Zeit an der Arbeit des Ortsbeirates bemängel und frage mich wie viele Jahre noch untätig verstreichen sollen bis auch mal an die anderen Bürger unseres Stadtteiles gedacht wird. Langsam denke ich daran die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Ich als behinderte in Gaarden plädiere schon lange für das Aufstellen der Bänke. Die Bänke sind gekauft und warten nur darauf benutzt zu werden.
    Oder ist alles nur ein SCHIDBÜRGERSTREICH?
    Nun zu ihnen Herr Albrecht. Seit 02.2005 sind die Bänke verschwunden. Hat es zu einer Verbesserung geführt? Nein! Die Randgruppen sind immer noch da, haben sich noch vermehrt und sich an einigen Ecken rund um den Vinetaplatz, zum Brook und Werftpark „etabliert“.
    Nur komisch, dass man dieses Problem in anderen Statteilen von Kiel schneller und besser in den Griff bekommen hat. Aber Gaarden ist ja schon seit Jahren der vernachlässigte Stadtteil von Kiel.
    Da ja in Zukunft zwei Stellen mit Platzhausmeister und eine Stelle für den Veranstaltungsmeister erfolgreich besetzt werden soll, könnte sich die angespannte Situation vielleicht mit Unterstützung der Polizei entspannen und Sie bräuchten sich nicht mehr um ausbleibende Kundschaft zu ärgern.

  • @Thorsten Albrecht : Primär geht es erst mal darum, dass die Verwaltung nicht den Beschluss des OBR vom 7. Juni 2006umgesetzt hatte. Darf ich Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen:
    “Der Ortsbeirat Gaarden beschließt bei einer Mehrheit von 5 zu 4 Stimmen den von der SPD-Fraktion eingebrachten Antrag: Die Bänke an den Standorten Elisabethstraße und Alfons Jonas Platz wieder aufzustellen. Nach Ablauf der sechsmonatigen Versuchsphase hat sich die Situation im Stadtteil nicht zum positiven entwickelt, denn der Personenkreis versammelt sich um ein vielfaches vergrößert und konzentriert auf dem Vinetaplatz.Der Effekt, durch den Abbau der Bänke diesen Personenkreis aufzulösen, ist nicht eingetreten.” (Zitatende)

    Seit drei Jahren passiert nichts. Durch den Abbau hat sich also die Szene auf dem Vinetaplatz vergrößert (bravo!), was schon dafür gesorgt hat, das der Vinetaplatz nun Dauerthema geworden ist. Offenbar praktiziert die Politik hier “Learning By Doing” ohne Sinn und Verstand, aber auf Kosten aller körperlich eingeschränkten Personen.

    Ich bin zudem der Meinung, dass Aussagen wie auf der letzten Sitzung von manchen zu hören waren, dass es einen Personenkreis gäbe, der nicht auf den Platz “gehöre” blanker Unsinn ist und von einem menschenverachtenden Menschenbild zeugt.

    Wenn die Politik zu Lebensverhältnissen beiträgt, die zu einer Veränderung des Straßenbildes führt, so kann sie sich dem nicht dadurch entziehen, in dem sie auf eine oberflächliche und nicht nachhaltige Symptombekämpfung betreibt. Mit dem Aktionismus soll nur die eigene Mitverantwortung verdeckt werden. Kollateralschäden werden dabei in Kauf genommen, so lange man ein wenig Beifall erhaschen kann von den Bürgern, die das Schicksal derjenigen nicht teilen, die auf den öffentlichen Straßen und Plätzen zur Flasche greifen.

    Es ist eigentlich ganz einfach: Der OBR hat beschlossen – und die Verwaltung sollten auf dem Wunsch der bestehenden Mehrheiten entsprechen. Weder Politiker noch Unternehmer dürfen eine Sonderrolle einnehmen. Sie stellen selbst lediglich eine “Randgruppe” dar. Die wenigsten Gaardenerinnen und Gaardener sind Politiker oder Unternehmer, aber alle sind Konsumenten.

    Ich verstehe, dass die Alkoholikerszene auf viele Bürger unangenehm wirkt – das sieht die Szene offenbar auch genau so. Dieses unangenehme Gefühl ist aber zum Teil auch Ergebnis von Vorurteilen und irrationalen Ängsten. Mir persönlich sind Leute, die diese Szene einfach wegschaffen wollen deutlich unsympathischer als die Szene selbst. Man darf nicht den Fehler machen seine eigenen Vorurteile zum Maßstab für alle anderen machen. Die Polizei sagt, das von der Szene selbst keine Kriminalität ausgeht. D.h. echte Probleme gibt es anerweitig. Interessanterweise sind aber Autoaufbrüche trotz exponentiellen Wachstums kaum Thema im OBR.

    Die Kieler Politik macht sich zum Erfüllungsgehilfen von einer hanvoll Unternehmern. Mich hat z.B. keiner nach meiner Meinung gefragt. Das Problem der Trinkerszene ist lediglich ihre Sichtbarkeit und Auffälligkeit. Es stellt kein ernsthaftes Problem dar. Dagegen ist das Fehlen möglicher Sitzgelegenheiten ein echtes Problem für Gehbehinderte. Denn es kann bedeuten, das Menschen nicht mehr richtig einkaufen gehen können. Zur Barrierefreiheit gehören m.E. Sitzbänke einfach als Teil des Stadtbildes. Dafür darf man auch gerne auf weiteren, teuren Vierlefanz (kitschige Möblierung) verzichten.

    Sitzbänke statt Blumenkübel!

  • Ich verstehe nicht, warum hier so pauschal auf DEN Geschäftsleuten rumgehackt wird. Die Anzahl der Geschäftsleute, deren Umsatz durch das Elend in den Straßen geschmälert wird, kann nicht mehr sehr groß sein. Dagegen haben sich etliche Gewerbebetriebe angesiedelt, die auf das Elend geradezu angewiesen sind, wie z.B. Substitutionspraxen, Apotheken, Wachleute, Suchtpraxen, Hartz-4 Träger, Bier und Schnapshandel, Kneipen und die Notfallambulanz. Die Umsätze dieser Gewerbe liegen bestimmt um Größenordnungen über denen der verbliebenen Kleinst-Einzelhändler.
    Ich verstehe auch nicht, warum ein Konflikt, der im Grunde genommen ein Verdrängungskonflikt verschiedener Gewerbe-Branchen ist, unter Ignorierung des Ortsbeirates auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird.

  • @Anne da ist schon was dran an Deinen Punkten. Ich denke aber nicht, dass Apotheken in Gaarden unbedingt besser verdienen. Bedenklich finde ich tatsächlich die Hartz4-Träger, also Bildungsträger, etc. die am Elend verdienen, viel Geld vom Staat bekommen und deren Kundschaft zu sinnlosen aber zumindest schlecht bezahlten Tätigkeiten angehalten werden. Zudem verdrängen viele Angebote bisher funktionierende Gewerbe. Wer bei Obulus für 5 EUR ein Fahrrad erwerben kann, wird kaum irgendwo anders ein Fahrrad zu einem realistischen Preis erwerben. Damit wird Gaarden real Geld entzogen. Warum bekommen echte Fahrradhändler nicht auch Geld? Die wenigsten dieser Jobs führen zu einer echten Perspektive und erfüllen oft nur den Zweck die Leute aus der Arbeitslosenstatistik rauszuhaben. Viele Maßnahmen sind Augenwischerei. Ich wollte nicht unbedingt alle Geschäftsleute in einen Topf werfen – eher die, die oft als DIE GESCHÄFTSWELT auftreten und somit behaupten für ALLE GESCHÄFTSLEUTE zu sprechen. Mich hat da noch nie jemand gefragt.Offenbar werden da auch immer nur Ausgewählte eingeladen, weil man auf ein vorher festgelegtes Ergebnis hinarbeiten möchte. Das die Stadt Kiel da eine klare Agenda verfolgt merkt ja jeder, der ab und zu den OBR besucht. Bedauerlich. Das einzig tröstliche ist, dass die Ansätze so daneben sind, das sie nicht funktionieren können.

  • Hallo Zusammen,
    ich denke daß kaum jemand bestreiten wird, egal ob Geschäftsmann oder Suchtkranker, daß er vor sitzenden Menschen weniger Angst hat als vor Stehenden. Von daher sehe ich das Thema als blanke Steuergeldverschwendung. Jetzt sieht man dort nurnoch Menschen, die auch bereit sind zu stehen oder auf Fußböden zu sitzen. Und was nützt schon ein Platz auf dem kein Platz ist?

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