Frau Knott von der Schuldnerberatung berichtet, daß sie aus dem Gaardener Netzwerk wiederholt darauf angesprochen wurde, daß es ein Defizit hinsichtlich der Schuldnerberatung in Gaarden gebe. Das Angebot auf dem Westufer werden von den Gaardener Betroffenen aus verschiedenen Gründen nicht angenommen. Sie erläutert die Situation anhand einiger Zahlen. So habe es binnen eines Jahres in Gaarden ca. 800 Eidesstattliche Versicherungen gegeben. Beim KIV gäbe es 120 Fälle von Mietrückstand. Es gebe seitens ca. 350 Drogenabhängigen Bedarf an Schuldnerberatung. Seitens des Kieler Fensters gebe es 150 Betroffene und seitens des ASD ca. 100. 2007 wurden 101 Räumungsklagen in Gaarden durchgesetzt. Darüberhinaus gab es 187 fristlose Kündigungen seitens privater Vermieter. Das Beratungsangebot Strom und Schulden wurde 2007 von 437 Bürgern erstmals genutzt. In ca. 190 Fällen konnte die Stromversorgung wieder aufgenommen werden.
Viele Klienten sind krank oder süchtig und haben einen eingeschränkten Aktionskreis. Deshalb sei ein weitreichendes Angebot im Raum Gaarden besonders wichtig.
Als Voraussetzung für diese notwendige Erweiterung des Angebots nannte sie erstens die inhaltliche Ausweitung des Angebots und zweitens die personelle Aufstockung des Angebots um eine Vollzeitstelle. Ziel müsse ein Angebot an Haushalte aller Einkommens- und Schuldenarten sein.
Herr Sari (Die LINKE) fragt wie hoch der Migrantenanteil der Schuldner sei. Frau Knott gibt an, daß der Migrantenanteil bei den Schuldnern mit Stromschulden bei etwa 30% liege. Desweiteren fragt er nach, welche Möglichkeiten der Kooperation es mit migrationsorientierten Hilfsorganisationen gebe. Frau Knott gibt an, daß es eine Kooperation mit der AWO gebe. Darüberhinaus kämen viele Klienten über das Jobcenter. Auch kämen viele Klienten, die das Angebot vom Hörensagen kennen.
Frau Midyati (SPD) fragt nach dem Zeitrahmen des Angebots. Frau Knott antwortet, daß das Angebot bis Ende 2008 von der Kommune getragen wird. Die Sachkosten trage der Träger Lichtblick.
Frau [...] betont, daß die Notwendigkeit für ein niedrigschwelliges Angebot bestehe. Der Ortsbeirat solle die Verwaltung auffordern, Mittel freizugeben.
[...]
Wolfgang Schulz, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion, regt an, daß die Angebotsträger auf dem Westufer ihr Angebot auf Gaarden ausweiten oder dorthin zu verlagern. Es ergibt sich, daß auch die anwesenden Vertreter der entsprechenden Träger sich der Tatsache bewußt sind, daß das Gaardener Klientel nur durch räumliche Nähe ansprechbar ist.
Frau Plambeck (SPD) wünscht sich mehr Informationen hinsichtlich des erforderlichen Budgets und der anvisierten Träger. Sie betont, daß sie hinsichtlich der Schuldnerberatungsstelle zielgerichtet handeln möchte.
Frau [...] von der Drogenhilfe betont auch die Notwendigkeit eines erweiterten Angebots in Gaarden. Der Zustand ihrer Klienten erschwere es ihnen, auf das Westufer zu gelangen. Sie lobt das bestehende Angebot von Frau Knott und betont, daß deren Arbeit auch ihr und ihrem Klientel bereits jetzt sehr helfe.
Frau Ohms gibt ihrem Wunsch nach einem allgemein gehaltenen Antrag Ausdruck und überreicht dem Ortsbeirat einen Entwurf:
Der Ortsbeirat solle die Verwaltung auffordern, neben dem Angebot “Stromschulden” eine allgemeine Schuldner und Insolvenzberatung zu installieren. Begründet werden soll der Antrag mit den vorliegenden Daten und der Sachlage, die ein schnelles Handeln erfordere.
Diesem Antrag wird einstimmig entsprochen.
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AWO,
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Schuldnerberatung
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