Tagesordnungspunkt 5 – Luftreinhalteplan Bahnhofstraße
Herr Stahmer vom Tiefbauamt berichtet über den Luftreinhalteplan Bahnhofstraße.
Da die Stickstoffdioxidwerte in der Bahnhofstraße deutlich über den Grenzwerten von 60 Mikrogramm je Kubikmeter liegen und es eine gesetzliche Vorgabe seitens des Verkehrsministeriums gibt, herrscht dort akuter Handlungsbedarf. Es wurde zusammen mit dem Umweltministerium ein Plan erarbeitet wie die Werte verringert werden können. Zu diesem Plan können alle Bürger bis zum 14. Oktober beim staatlichen Bundesamt in Itzehoe Stellungnahmen abgeben werden.
Unter folgenden Adressen können nähere Informationen dazu eingesehen werden:
Links:
- Luftreinhalteplan für Kiel: Beteiligung der Öffentlichkeit beginnt
- Luftreinhalteplan Kiel
- Luftreinhalteplan Kiel – Entwurf (Stand: 01.09.2008) (pdf 1986-KB)
Um die Bahnhofstraße vor allem vom LKW-Verkehr zu entlasten, soll der LKW-Verkehr umgelenkt werden.
Folgende Optionen werden derzeit geprüft:
1. Der Verkehr wird vom Ostseekai kommend teilweise über den Ziegelteich auf den Schützenwall geleitet und umgekehrt.
2. Der Verkehr wird vom Norwegenkai kommend teilweise über die Gablenzbrücke, die Alte-Lübecker. Hamburger Chaussee auf die B76 geleitet.
3. Der Verkehr wird stadteinwärts teilweise über die Sörensenstrße umgeleitet werden.
4. Der Verkehr wird von der Werftstraße kommend über die Sörensenstraße Richtung B76 umgeleitet
5. Die Abbiegung an der Kreuzung Joachimplatz soll durch Änderung der Signalschaltung beschleunigt werden um Rückstau zu vermeiden.
Herr Stahmer weist auf den Lärmaktionsplan hin. An diesem können sich auch Bürger beteiligen: Aktionsplanung gegen Lärm in der Landeshauptstadt Kiel
Es ergaben sich folgende Fragen:
Herr Kätelhön fragt, ob die Polizei die Einhaltung der Verkehrumlenkung überwachen wird. Her Stahmer gibt an, darüber keine Kenntnisse zu besitzen.
Ein Bürger hält anschliessend eine kurze flammende Rede in der er die Gesamtsituation in Gaarden anprangert. Er weist darauf hin, daß die Verkehrssituation in Gaarden bereits unerträglich sei, insbesondere belastet der Ostring den Stadtteil schon sehr stark. Desweiteren lägen Sörensenstraße und Bahnhofstraße wenige hundert Meter auseinander, das Problem werde nur verlagert. Er schlägt als Alternative vor, den LKW-Verkehr am Güterbahnhof umladen zu lassen und die Fracht über die Schiene zu den Schiffen zu transportieren.
Anschliessend gibt Herr Levtzow zu bedenken, daß um die Verringerung der Schadstoffbelastung in der Bahnhofstraße bereits seit 15 Jahren gekämpft werde und wie mühsam schon der Kampf um die Schadstoffmeßstelle gewesen sei.
Herr Albrecht berichtet, daß mehrere Bürger in dieser Angelegenheit auf Ihn zutraten. Er meinte, daß der positiven Entwicklung, die der Bereich Gaarden-Süd in den letzten Jahren genommen hat, durch diese Maßnahme entgegengewirkt wird. Er bat darum, sehr vorsichtig zu sein, die Sörensenstraße noch mehr zu belasten.
Frau Ernst-Bretschneider gab zu bedenken daß der umgeleitete Verkehr durch Wohngebiete lief und fragte, ob hinsichtlich des Lärmschutzes Maßnahmen getroffen würden.
Herr Stahmer weist auf den Lärmaktionsplan, in dem die Alte Lübecker und die Hamburger Chaussee Schwerpunkte sind. Der Lärm in der Sörensenstraße könne eventuell durch eine Geschwindigkeitsreduktion vermindert werden.
Das Verkehrsaufkommen betrage laut einer Zählung, die vorgenommen wurde, als die Gablenzbrücke noch nicht gesperrt war, in der Sörensenstraße täglich 12000 PKW und in der Bahnhofstraße täglich 19000 PKW.
Herr Sobotta greift die Anregung eines Bürgers auf und fragt, inwieweit der Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden könne. Er wies darauf hin, daß Gaarden verkehrstechnisch eine unerträgliche Last zu tragen hat.
Frau Plambek antwortet, daß man über die Schienenlösung nachdenken müsse, allerdings habe man einen sehr kurzfristigen Handlungsbedarf. Man sei es den Bürgern in der Bahnhofstraße schuldig, bei den vorliegenden eindeutigen Messergebnissen, sofort Maßnahmen zu ergreifen. Dies sei durch eine Mehrbelastung anderer Bereiche möglich.
Ein Bürger fragt, ob ob es Untersuchungen gibt, wie hoch der Mehrausstoß an CO2 bei den einzelnen Umleitungsmaßnahmen ausfallen wird. Es weist auf die Gefahr hin, daß es in Zukunft zwei Bahnhofstraßen gäbe. Desweiteren würden in der Sörensenstraße doppelt soviele Menschen wohnen wie in der Bahnhofstraße. Die Sörensenstraße habe sich sehr gut entwickelt und es sei nicht sinnvoll, diese Entwicklung umzukehren.
Es ergab sich die Frage, wieviele LKW täglich mehr durch die Sörensenstraße fahren würden. Herr Stahmer gab an, daß es sich um ca. 1000 Fahrzeuge handeln würde, davon 170 LKW.
Desweiteren wurde konstatiert, daß die Lärm und Schadstoffbelastung in der Sörensenstraße bereits unerträglich ist. An der Ampel Kreuzung Sörensenstr/Schwedendamm ergebe sich ein belastender Rückstau.
Als Antwort wurde darauf hingewiesen, daß die genauen Zahlen im Luftreinhalteplan enthalten seien.
Ein Bürger wies darauf hin, daß in der Vergangenheit das Tiefbauamt erklärt habe, es gebe keine Möglichkeit, den Linksabbiegeverkehr Richtung Schwedendamm zu entschärfen und gibt seinem Erstauenen Ausdruck, daß der vorgestellte Plan diesen Zustand noch verschlimmerem. da voraussichtlich mehr LKW dort abbiegen werden.
Herr Stahmer gab an, man könne dazu noch nicht soviel sagen, da die Planungsphase noch nicht soweit gediehen sei.
Frau Ernst-Bretschneider bittet darum, daß eine Lösung nur befristet werde, bis verträglichere Lösungen machbar sind.
Herr Mrozek fragt, wie gewährleistet wird, die Umleitung des Verkehrs durchzusetzen.
Anschliessend weist Herr Levtzow auf die Historie dieses Problems hin, ein Bürger konstatiert, es gebe kein Interesse, den guten Zustand der Sörensenstraße zu erhalten. Herr Stolze gab zu bedenken, daß die beiden Straßen gegeneinander ausgespielt würden und fragt, ob es Bestrebungen gebe, dem Problem in einem größeren Maßstab entgegenzutreten.
Herr Levtzow schließt den Tagesordnungspunkt mit der Feststellung, daß man sich mit dem Thema noch des öfteren befassen werde.